Am Morgen um 0445 Uhr war ich schon hellwach. Ich konnte einfach nicht mehr einschlafen. Ich stand auf und schlenderte zum Meer. Langsam wurde es hell, ich genoss die ersten Sonnenstrahlen. Es hatten sich etliche Vietnamesen am Strand versammelt . Ich staunte nicht schlecht, als diese Morgengymnastik machten. Junge und ältere Leute, alle sportlich aktiv. Waren sie deshalb so schlank und beweglich? Nach einiger Zeit lief ich wieder zurück zu meinem kleinen Hotel. Das Frühstück in Vietnam Nah Trang war für mich zu exotisch. Ich begnügte mich mit Wasser und Brot. Ich musste meinen gereizten Magen schonen. Mit dem Taxi fuhr ich zuerst zu einer Bank und dann zum Flughafen. Nach den üblichen administrativen Verrichtungen und dem Auftanken war es Zeit für den Takeoff. Ich linierte auf und schob den Gashebel nach vorne. Die TOT , Turbine Outlet Temperatur, zeigt auf 752° Celsius, die Propeller RPM stagnierte auf 2030 RPM und die HB-RTW beschleunigte. Bei exakt 80 Knoten rotierte das Vorderrad und wenige Sekunden später das Hauptfahrwerk. Ich richtete den Flieger gegen den Seitenwind um die Pistenachse exakt zu halten. Anschliessend flog ich das Standart Abflugverfahren ab. Das Wetter war heiter und sonnig. Der Überflug über die Küsten von Vietnam war traumhaft. Ich ersuchte um eine Abkürzung der Flugroute, was auch bewilligt wurde. Je länger ich flog, desto schlechter wurden die Wetterbedingungen. In der Ferne sah ich riesige schwere Wolken. Der Horizont hatte sich dunkel gefärbt. Ich hatte das Wetter in Subic Bay vor dem Abflug sehr detailliert geprüft. Die Informationen hatte ich aus drei verschiedenen Quellen zusammengetragen. Fazit war, dass die Wetterbedingungen in Subic Bay knapp innerhalb der Toleranzen waren. Und es gab den Alternativflugplatz von Manila mit sehr guten Wetterbedingungen. Dieser konnte möglicherweise ohne grössere Problemen angeflogen werden. Ich flog weiter. Die Wolken erschienen mir immer grösser und bedrohlicher. Der Funkverkehr lief auf Hochtouren. Airline Piloten mussten wegen des Wetters einen anderen Kurs fliegen. Die Anweisungen für mich vom Radar-Controller waren kurz und knapp. Ich hörte während dem Anflug das aktuelle Wetter von Subic Bay ab. Es war viel schlechter als erwartet. Der Kontroller lotste mich auf den Alternativflugplatz Manila. Ich erhielt jeweils Headings( Flugkurse) und wurde mit diesen bis kurz vor die Piste geführt. Der Flug war sehr anstrengend. Höchste Konzentration war gefordert. Ich landete den Flieger sanft auf der Flugbahn. Neben der Cessana standen riesige Jumbo-Jets. Ich fühlte mich wie ein kleiner Fisch zwischen den grossen Lienienflugzeugen. Ich rollte zu meiner Parkingposition. Das Bodenpersonal empfing mich sehr herzlich. Egal, was ich sagte, die Filippinos fanden einfach alles lustig. Ich musste stets mitlachen. Wir stiegen in einen kleinen Bus und fuhren direkt zum Crewhotel. Unglaublich, hier mussten wir keine einzige Sicherheitsecurity durchlaufen . Das machte alles sehr viel einfacher. Ich checkte im Hotel ein und bezog mein Zimmer. Erschöpft schlief ich ein. Es war ca. 1700 Uhr Ortszeit. Ich musste dringend den fehlenden Schlaf nachholen. Diese Nacht habe ich mehr als 12 Stunden geschlafen. Am nächsten Tag fühlte ich mich wie neu geboren. Top fit. Liebe Grüsse – Carlo.