Seit meinem Aufenthalt in Ahmedabad quälten mich Magenschmerzen. In Indien hatte ich kaum noch etwas gegessen. Ich fand nur wenige Stunden Schlaf. Trotzdem freute ich mich auf den kommenden Tag. Die Morgenstimmung in der Residenz „The M Place“ war unbeschreiblich. Ruhe, Natur in vollkommenem Einklang. Nach dem Frühstück fuhren Andy und ich zu einer Elefanten-Farm und anschliessend in‘s Tiger-Kingdom. Einige Fotos habe ich an den Blog angefügt. Zur Mittagszeit kehrten wir zur Residenz zurück. Um fit zu bleiben, schwamm ich einige Längen im grossen Pool. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlich bei Veronica und Andy für ihre Grosszügigkeit und für den wunderschönen Aufenthalt in ihrer idyllischen Residenz bedanken .Marc H. Dumur ,Consulate of Switzerland at the Frangipani Serviced Residences in Chiang Mai, holte mich ab. Wir fuhren in die Innenstadt zu der Frangipani Serviced Residence. Dort standen einige Medientermine auf dem Programm. Ich gab ausführlich Auskunft. Schliesslich durfte ich meine Unterkunft bei der Frangipani Serviced Residence beziehen. Dort gibt es verschiedene Wohnungen, welche in der Regel ab ein paar Wochen oder ab einem Monat vermietet werden. Die Wohnungen verfügen über ein bequemes Schlafzimmer, ein Wohn- und einen Essraum. Es fehlte an nichts. Ich packte mein zusammenklappbares Fahrrad aus und fuhr in die Stadt. Dort traf ich den UNICEF Mitarbeiter Nathan Rodgers, Vision Specialist, welcher mir über die regionalen UNICEF Projekte berichtete. Jetzt besuchte ich einige Tempel. Hier gibt es eine Vielzahl von beeindruckenden antiken Tempelbauten mit prächtigen Holzschnitzereien und Wandgemälden. Schon immer hatte ich mich für das Leben der einheimischen Mönche, ihren Alltag und ihre Gedanken interessiert. Zufälligerweise lernte ich den Mönch Liang kennen. Er hatte soeben einen prachtvollen Tempel verlassen und eine Zeremonie mit einer Gruppe von Jünglingen und Gleichgesinnten beendet. Ich packte die Gelegenheit und sprach ihn an. Er führte mich zu einem naheliegenden sehr einfachen Mehrfamilienhaus und zeigte mir, wo und wie er lebte. Der Raum mass etwa 16 m2 . Vier Wände mit zwei Fenstern. Der Mönch stellte den Ventilator an. Ich schaute mich um und war überrascht, wie einfach er lebte. Da stand ein Computer in einer Ecke. Viele Bücher lagen herum. Da und dort hingen Kleider. Auf einem kleinen Eisschrank stand eine alte Kaffeemaschine. In der Mitte des Zimmers lag eine zusammengerollte dünne Matte, welcher er auspackte. Ich fragte ihn, ob er auf dieser Matte schlafe. Er nickte. Man spürt wahrscheinlich keinen Unterschied, ob man auf der dünnen Matte schläft oder direkt auf dem Boden. Ich erinnerte mich an die letzten Monate vor meinem Takeoff in Dübendorf. Damals hatte ich viele Nächte im gesponserten Büro übernachtet, nur hatte ich dort jeweils ein gepolstertes Sofa. Im Schneidersitz sassen Liang und ich uns gegenüber. Er erzählte mir ausführlich von Buddha, und wie er seinen Alltag erlebt. Was mich dabei am meisten berührte, war seine Ausstrahlung. Er strahlte etwas wie Reinheit aus. Ich spürte während seinen Schilderungen, wie ruhig, klar und unbelastet er ist. Schlussendlich zeigte ich ihm meine Meditationsmethode und er mir die seinige. Für mich war die Begegnung mit Liang eine sehr tiefgründige, berührende und wertvolle Erfahrung. Ich denke auch, dass nicht jeder Mönch gleich einen Wildfremden mit einem zusammenklappbaren Fahrrad nach Hause einlädt. Ich bin ihm sehr dankbar dafür. Ich machte mit meiner Kamera einige Fotos und musste mich beeilen, um rechtzeitig wieder in der Frangipani Serviced Residence zu sein. Vom Schweizer Botschafter Marc Dumur und Luxami, seiner Frau, war ich zum Abendessen eingeladen. Wir fuhren mit dem Jeep durch die Stadt und fanden im Restaurant Riverside einen schönen Platz. Das Lokal wird ebenfalls von einem Schweizer geführt. Er heisst Pascal. Er hat vor einigen Jahren das Restaurant eröffnet und serviert heute jeden Tag über 2’000 Teller. Es wurden einheimische Spezialitäten aufgetragen. Wir unterhielten uns über das Leben in Chiang Mai, über die politischen Verhältnissen und Entwicklungen und über weitere interessante Themen. Ich genoss das gemütliche Ambiente sehr. Gegen 10 Uhr LT (Local Time) fuhren wir zurück in die Residenz. Dort nahm ich eine kurze Dusche und fing an, einen Blogbericht zu schreiben. Nach einem Spaziergang in der Stadt war ich froh, endlich ins Bett schlüpfen zu können. Vielen herzlichen Dank Marc und Luxami Dumur für alles. Es war wunderschön. Ich wünsche allen einen schönen Abend – Carlo. Morgen fliege ich weiter nach Udon Thani.