Heute berichte ich über zwei Flugetappen Oman – Pakistan und Pakistan –Indien. Gestern blieb mir leider keine Zeit mehr.

Der Schlaf im Grand Hyatt Hotel in Oman Muscat war kurz aber intensiv. Unsere „Schweizer Truppe“, zwei Piloten, unser Schweizer Botschafter und der Executiv Chef vom Hyatt Hotel hatten sich bereits neben dem Morgenbuffet versammelt. Ich habe selten so gut gefrühstückt. Es gab sogar frischgebackenen Zopf, wie in der Schweiz!! Der Flug nach Karatschi, Pakistan wurde auf den Nachmittag verlegt. So nutzen wir die Zeit am Vormittag und besuchten die Grand-Mosque vom Sultan Qaboos. Die Moschee gilt als eines der wichtigsten Bauwerke des Landes. Ein kleines Weltwunder J. Jedenfalls so schien es mir. Am meisten beindruckte mich ein riesiger Leuchter, reich mit Swarovski-Kristallen besetzt. Er hängt in der Mitte einer etwa 50m hohen Kuppel, die sich über den Innenraum wölbt. Zurück im Hotel gab es für eine lokale Zeitung einige Fotos und Interviews. Der Bericht sollte in den nächsten Tagen erscheinen . Den würde ich dann gerne ebenfalls hier posten. Die Zeit verging wie im Fluge. Ich verbrachte hier bloss 24 Stunden. Aber all die vielen positiven Eindrücke gaben mir das Gefühl, eine Woche hier gewesen zu sein. Es hatte mir so gut gefallen, dass ich fast zu spät nach den Interviews zum Flugplatz kam. Der Überflug nach Pakistan, Karatschi gelang bestens. Die Sicht war mehrheitlich klar. Unter mir waren stets dicke Wolken zu sehen. Ich landete den Flieger wieder mit Seitenwind zur Nachtgrenze tip top. An alten Militär- und Zivilflugzeugen vorbei rollte ich zum zugewiesenen Parkfeld. Als ich ausstieg, warteten auch schon 15 Pakistaner auf mich. Jeder wollte etwas. Einige waren zuständig für den Zoll, andere für die Einreisebewilligung, wieder andere für die Sicherheit vom Militär, etc. Es folgte viel Papierarbeit und eine lange Wartezeit. Zwischendurch habe ich mit Herrn Didier Boschung (Schweizer Botschafter) telefoniert. Wie besprochen, schickte er mir seinen Chauffeur, welcher mich anschliessend an einen Anlass fuhr. ZU was für einem Anlass, wusste ich im Voraus nicht. Während der Autofahrt schlief ich kurz ein.

Plötzlich ging alles ganz schnell . Der Chauffeur hatte angehalten. Ich stieg bei einem Hotel aus. Es war ca. 2200 Uhr Local Time (LT) . Wirtschaftsleute, Unternehmer, Politiker kamen mir entgegen. Alle hatten einen Pin mit dem Schweizerkreuz. Kurzerhand wurde ich in einen Saal geführt. Hier wurde ich herzlich empfangen. Händeschütteln überall und dann wurde ich neben Herrn Didier Boschung auf der Bühne platziert. Endlich erfuhr ich, worum es ging. Es handelte sich um den vorgezogenen Geburtstag der Schweiz. Der 1. August wurde hier gefeiert. Da der Ramadan in Pakistan am 20. Juli beginnt und erst nach einem Monat endet, hatte man den 1. August eben vorgezogen.

Später habe ich erfahren, dass rund 400 eingeladene Gäste anwesend gewesen waren. Ich bin mir sicher, dass wir mit den Schweizer Alpenhorn Musikern und dem feinen Buffet, die Schweiz sehr gut vertreten hatten. Ich durfte im Gästezimmer im Konsulat übernachten.

Diese Großzügigkeit schätzte ich sehr. Im Zimmer brauchte ich nicht einmal einen Adapter, es hatte Schweizer-Steckdosen J. Um 0630 Uhr LT Aufstehen. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es auch gleich los mit dem gepanzerten Jeep zum Flugplatz. Vielen herzlichen Dank auch hier für diese tolle Unterstützung. Auf dem Internationalen Flughafen von Karatschi durchlief ich etwa vier Sicherheitsschleusen. Beim Flugzeug angekommen, wollten viele noch den Flieger fotografieren. Auf dem Vorfeld des Flugplatzes habe ich auch einen Amerikaner Piloten getroffen, welcher Capt. Irving Barrington (bisheriger Weltrekordhalter – als jüngster Pilot alleine rund um die Welt) ebenfalls kennt. Wir mussten lachen. Der Flug von Karatschi Pakistan führte nach Ahmedabad in Indien. Die Bewölkung hatte bereits stark zugenommen. Jetzt wurde mir noch mehr bewusst, dass ab dieser Flugetappe die Wetterbedingungen sorgfältig geprüft werden mussten .Es ist die Monsun-Zeit. Das Wetter wird bei den nächsten Flugetappen die grösste Herausforderung sein. Zeitreserve habe ich genug, besser einen Tag warten. Turbulenzen mit Böen haben mir den Anflug in Ahmedabad erschwert. Die HB-RTW setzte ich aber wie gelernt sicher auf. Anschliessend folgten die umfangreichsten administrativen Anforderungen, welche ich in der Fliegerei je erlebt hatte. Alles wurde drei mal kopiert, unterschrieben und hunderte von Formularen mussten ausgefüllt werden. Geplant war ein direkter Weiterflug nach Nagpur. Diesen musste ich leider auf den andern Tag verschieben, da für das 72-Stunden Visa ein direkter Weiterflug nicht erlaubt war und zuerst eine Nacht vergehen musste. Ortszeit um ca. 1300 Uhr betrat ich dann Indien auch ausserhalb des Flugplatzes. Ich habe in einem Crew-Hotel gleich neben dem Flugplatz eingecheckt und mir einen Power nap erlaubt. Dann besuchte ich die Stadt mit einem kleinen lokalen Drei-Rad-Taxi und bekam so erste Eindrücke von Indien. Bilder seht ihr ebenfalls nach diesem Blog. Das Wetter für morgen habe ich im Detail genau geprüft. Ich freue mich euch morgen von den beiden nächsten Flugetappen Nagpur bis Calcutta zu berichten. Vielen Dank – Carlo.