Um 0530 Uhr Ortszeit stand ich auf und ging eine Stunde joggen. Ich fühlte mich frisch und mit Energie vollgetankt – hatte ja auch lange geschlafen J. Nach einem kurzen Frühstück machte ich mich mit dem Shuttelbus auf den Weg zum Flugplatz. Ich war etwas früh dran und musste auf das Bodenpersonal (Handling) warten, welches mich dann durch die Sicherheitskontrollen zum Flugzeug führte . Die HB-RTW wurde mit JET-A1 aufgetankt.

Habt ihr schon gewusst, dass meine ganze Weltumrundung CO2-Neutral durchgeführt wird? Mit MyClimate haben wir eine Bemessung des CO2 Ausstoßes der gesamten Weltumrundung angefordert. Gleichzeitig hat das RTW-Team mit den Projektleitern Fabian Karlovich und Roger Büschlen einen Vertrag unterzeichnet, welcher veranlasst, dass dieser CO2 Ausstoß durch Projekte wie, neue Bäume anpflanzen oder Installationen von erneuerbaren Energien in Drittweltländern, kompensiert wird. Diese Umweltverbesserung wird ebenfalls von MyClimate berechnet und gleicht schlussendlich den CO2 Ausstoß der HB-RTW aus. Unsere schöne Erde wird durch meine Weltumrundung in 80 Tagen keinen Schaden davon tragen. Das RTW-Team setzt damit ein weiteres Zeichen. Wir jungen Leute wollen umweltgerecht leben. Ich habe oft mein zusammenklappbares Fahrrad ausgepackt und bin samt Gepäck zum Hotel gefahren. Damit sparte ich nicht nur viel CO2 Ausstoß sondern auch eine Menge Dollars. Endlich war der Flieger fertig aufgetankt und ich erhielt die Freigabe zum Starten . Dunkle Wolken türmten sich am Himmel auf. Es begann heftig zu regnen. Bei erhöhter Geschwindigkeit begann das Flugzeug wegen der Turbulenzen zu rotieren. Während des Fluges verlangte ich stets Abkürzungen bei den Airways. Das hatte mir bei einem andern Flug einmal knapp 50 Minuten eingespart. Der Monsum in dieser Gegend war mächtig zu spüren. Das war nicht gerade ein Sonntagsausflug. An der Flügeleintrittskante hatte sich soviel Eis gebildet, wie ich das noch nie erlebt hatte. Ich versuchte mit den schwarzen „Boots“ den lästigen Belag weg zu sprengen. Die Außentemperatur war weit unter Null und das Eis entfernte sich leider nur bedingt. So ließ ich die Cessna auf eine tiefere Flughöhe sinken. Dadurch stieg die Außentemperatur leicht an, und das Eis löste sich langsam vom Flieger. Wichtig ist, dass man immer genügend Geschwindigkeit hat, wenn sich am Flugzeug bei den Eintrittskanten Eis bildet. Minustemperaturen und unterkühlte Wassertropfen in den Wolken bewirken die Eisbildung. Die Aerodynamik kann drastisch von diesen physikalischen Reaktionen beeinflusst werden. So kann es trotz normaler Geschwindigkeiten zu einem Strömungsabriss kommen! An der Küste von Vietnam setzte ich einmal mehr zum Sinkflug an. Der Anflug führte mich über die Vin Pearl Insel. Es war leicht bewölkt aber traumhaft schön. Mit zügigem Seitenwind landete ich Nah Trang. Dort begrüßten mich einige Militärs. Sie trugen viele Auszeichnungen an der Brust und mehr Streifen an den Schultern als ein Jumbo-Captain. Auf dem Parkfeld füllte ich noch etwas Hydrauliköl bei der linken Bremse nach und begab mich dann zum Terminal. Dort musste ich einige Formulare unterzeichnen und konnte schliesslich in die Stadt Nah Trang fahren. Die Fahrt dauerte mit dem Taxi mehr als 45 Minuten. Es war zwecklos mein Fahrrad zu benützen. Die Strasse, auf welcher wir fuhren, sah so aus wie eine Autobahn in der Schweiz. Sie war zweispurig und die Kurven waren großzügig gezogen. Nur die Geschwindigkeit war auf 60 km/h beschränkt. Stellenweise auch auf 40 km/h. Ich fühlte mich wie in einem falschen Film. Ich fragte den einheimischen Taxifahrer nach dem Grund der strengen Geschwindigkeitsbegrenzung. Er wusste nicht, warum man nicht schneller fahren durfte. Schlimm sei nur, dass bei jeder zweiten Kurve Polizisten stehen, welche Fotos und Geschwindigkeitskontrollen machen. Er habe an einem Tag mehr als zwei Bussen so erhalten. Eine à 20 Dollars ! Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich das hörte und war froh, dass die Richtlinien in der Schweiz nicht so hart sind.Ich war in einem sehr einfachen Hotel untergebracht. Aber es lag direkt am Strand. Eine Uebernachtung kostete nur 32 Dollar. Ich verstaute mein Gepäck im Zimmer und ruhte etwa eine Stunde aus. Dann packte ich meine gesponserte Nikon Kamera aus und schaute mich in der näheren Umgebung um. Ich erlaubte mir eine kleine Erfrischung im Meer. Während meiner Erkundigungen lernte ich viele gleichaltrige Einheimische kennen. Aber auch Amerikanerinnen und Amerikaner. Es war ein lockerer Abend und wir hatten uns gegenseitig viel zu erzählen und auszutauschen. Natürlich machte ich auch Werbung für unsere Kampagne MySkyMiles.

Jeder, der möchte, kann Meilen der Flugetappen, welche ich abfliege, kaufen und somit Teil des Weltrekordversuches werden. Das gesammelte Geld spenden wir exklusiv an UNICEF. Bis heute haben wir schon rund 2’000 Meilen beisammen. Eine Meile kostet je 10 Schweizer Franken – unser Ziel ist es, weitere 20’000 Meilen zu sammeln. Ich erhoffe mir mehr während meines Aufenthaltes in den Staaten. Wer noch nicht mitgemacht hat, kann dies unbedingt noch tun. Vielen herzlichen Dank. Die Flugetappe von Udan Thani nach Nah Trang gehören folgenden Personen: Pirmin Keiser: 10 Meilen, Doris und Lorena Lang: 5 Meilen, Mengia und Silvan Schaller: 5 Meilen, Hansruedi Widmer: 2 Meilen.