Durch ein Wassertor in New York

Ich war noch niemals in New York- jetzt lag die Stadt nur noch eine Flugetappe von mir entfernt und ich war top motiviert, ins Flugzeug zu steigen und gegen Osten zu starten.

Auf dem Flugplatz von Indianapolis erledigte ich die Flugvorbereitungen und füllte die Maschine mit Treibstoff auf. Als ich bezahlen wollte, meinte die Dame am Schalter „You don’t have to pay!“. Ich verstand nicht. Weshalb sollte ich mein Flugbenzin nicht bezahlen?! Die freundliche Dame erklärte mir, dass John am Vortag die Rechnung beglichen hatte. Ich war erstaunt und erfreut und rief John an, um mich zu bedanken. Sollte er einmal in der Schweiz sein, werde ich hoffentlich die Gelegenheit haben, um mich zu revanchieren.

Ich absolvierte meine Checks am Flugzeug und linierte schließlich auf der Piste auf. Dann schob ich den Schubhebel nach vorne, die Turbine heulte auf und innert ein paar Sekunden war ich oben. Die Luft war ruhig und angenehm. Am Boden lagen die Temperaturen bei 30° Celsius , kein Wind wehte. Unter mir waren zwischen den Feldern vermehrt dunkelgrüne Wälder zu sehen. Bewaldete Hügelketten sahen aus wie grüne Sanddünen, behutsam in die flache Landschaft eingebettet. Nach drei Stunden und zwei Minuten machte ich mich zur Landung auf dem Flughafen Teterboro bereit. Der Tower wies mich an, einen direkten Anflug auf die Flugpiste 19 auszuführen. Normalerweise erhält man bei größeren Flughäfen einige Kursänderungen gegen Ende des Fluges, damit alle Flugzeuge bei der Landung einen genügenden Zeitabstand zu einander haben. Auf die Sekunde genau hat der Controller diese Zeitfenster einzuhalten. Kurz vor dem Aufsetzen schob ich den Gas-hebel in den Leerlauf und zog den Steuerknüppel des Flugzeuges so lange, bis es keinen Auftrieb mehr hatte und nach wenigen Metern auf dem Asphalt glatt aufsetzte. Gewöhnlich muss man nach einer Landung die Flugpiste gleich verlassen, um den anderen Flugzeugen den Weg frei zu halten. Jetzt bestimmte der Tower, ich sollte weiterfahren und ganz am Ende nach rechts zu Jet Aviation abbiegen. Langsam rollte ich auf der vorgeschriebenen Strecke weiter und bog rechts ab.

Jetzt konnte ich auf der linken und rechten Seite zwei große, hellgrüne Feuerwehrautos erkennen. Plötzlich schossen mit voller Kraft zwei riesige Wasserstrahlen aus den Wasserkanonen der Feuerwehrautos und formten ein rauschendes, nasses Willkommenstor über der Cessna 210. Das Wasser prasselte auf die Scheiben. Ich war restlos begeistert. Ich war in New York. Wir – waren in New York angekommen! Alle, die mit mir reisen! Am Rumpf des Flugzeuges sind zahlreiche Namen angebracht von Menschen, die das Projekt unterstützen und deren Namen mit mir um die Welt reisen!

Von weitem sah ich eine Gruppe von Leuten, welche mir zuwinkten. Ich rollte weiter und parkierte nach den Anordnungen des Bodenpersonals. Über ein Dutzend Leute begrüßten mich beim Flugzeug. Strahlend stieg ich auf einem ausgelegten, blauen Teppich aus und bedankte mich. Es ist einfach unglaublich, was ich hier alles erleben darf. Gemeinsam sicherten wir die Cessna 210, ich montierte alle Schutzabdeckungen und wir begaben uns zum Terminal von Jet Aviation. Darauf folgte ein Interview für das interne Bordmagazin von Jet Aviation, sowie einige Besprechungen für meinen Aufenthalt. Anschließend wurde ich zum Hyatt Place Hotel gefahren, wo ich einen Spezialpreis pro Nacht erhalten hatte. In der Lobby erledigte ich verschiedene Telefonate für die kommenden Tage in New York.

Ich werde mich hier für die Sammelaktion www.myskymile.com für UNICEF einsetzen, es gibt einige Termine mit Sponsoren einzuhalten und Präsentationen stehen auf dem Programm. Auch die 100-Stunden Kontrolle am Flugzeug muss durchgeführt werden. Die Zeit verging im Eiltempo. Spät in der Nacht schickte ich mein letztes Email ab und legte mich dann schlafen. Morgen und die nächsten Tagen werden streng und vielseitig. Ich freue mich darauf!

An unserer Sammelaktion über www.myskymile.com haben teilgenommen:

Nadja Fischer mit 30 Meilen, Dieter, Sandra und Gian Göldi mit 10 Meilen, Stefanie Zimmermann mit 10 Meilen, Robert Hartmeier mit 10 Meilen, Tanja Vonderschmitt mit 5 Meilen, Nicolà, Andrin, Cornelia &Marcel Gamper mit 3 Meilen, Laura Pallavicini mit 6 Meilen, Barbara Gabriele Schibli mit 2 Meilen, Simon Sommer mit 1 Meile, Burga Etter mit 1 Meile.

Vielen Dank und herzliche Fliegergrüsse – Carlo Schmid.