Zum Frühstück gab es Rühreier, helles Brot mit Butter und überzuckertes Müesli. Ronald brachte mich zum Flugplatz. Seine Frau hatte sich meiner Wäsche angenommen und meine gesamte Ausrüstung gewaschen und gebügelt! Ich bin ihr sehr dankbar dafür!

Stunden- und Minutenzeiger zeigten exakt 0900 Uhr morgens, als wir ankamen. Einige Leute vom Airport halfen mir, den Flieger zu tanken. Die Betreiber vom Flughafen von St. Joseph hatten mir den Platz im Hangar gratis zur Verfügung gestellt, sowie die Kosten für das Flugbenzin übernommen! Vielen, vielen herzlichen Dank! Nachdem ich die Startfreigabe bekommen hatte, drehte ich rechts ab und flog Richtung 90°E! Das Wetter war schön, keine Wolken waren zu sehen, nur ein dünner, milchiger Dunst trübte die Sicht aus dem Cockpit. Ich flog VFR , Visual Flight Rules , das heisst, einen Flug nach Sicht, auf einer Höhe von 21000 Fuss mit einer Geschwindigkeit von 380km/h. Die flache Landschaft unter mir war in unzählige, riesige Felder eingeteilt. Getreide, Mais und Sojabohnen werden hier hauptsächlich angebaut. Da und dort standen Baumgruppen und einsame, grosse Höfe. Der Flug sowie die Landung verliefen problemlos. Ich setzte fast so butterweich auf wie Ronald in St. Joseph mit seiner Maschine. Auf dem Weg zum Pilotenbüro begegnete ich John, einem der Alphornbläser von St. Joseph. Er wusste, dass ich heute in Indianapolis ankommen würde und da er hier geschäftlich unterwegs war, überraschte er mich am Flughafen. In einem gemieteten Auto machten wir eine Stadtrundfahrt. Vor dem Kriegsdenkmal im Zentrum der Stadt machten wir einen kleinen Halt. Das Monument aus hellem Kalkstein und Bronze soll an die Soldaten von Indiana erinnern, die während des Bürgerkrieges 1865 gefallen waren. Ein sehr eindrückliches, monumentales Bauwerk mit riesigen, überlebensgroßen Figuren von verletzten Soldaten, bewaffneten Wächtern und rasenden Pferden. Am oberen Teil des Denkmals sind Kanonen und Kriegswerkzeug aus Bronze kunstvoll gestaltet angebracht.

Später suchte ich das Hyatt Hotel, wo ich gratis übernachten durfte. Ich bezog mein Zimmer und klappte das Fahrrad auseinander, da ich mir Indianapolis noch einmal ansehen wollte. Durch die Stadt schlängelt sich der Central Kanal. Blitzsaubere Gehwege aus Kalkstein laden auf beiden Seiten des Flusses zum Flanieren ein. Auf dem Wasser vergnügen sich Leute in Booten, Pedalos, ja sogar Gondeln, wie man sie in Venedig kennt, verkehren hier. Vom Kanal aus hat man eine atemberaubende Sicht auf die Skyline der Innenstadt. Riesige, moderne Geschäftshäuser und Türme ragen in den Himmel.

Am Abend traf ich mich mit John zum Nachtessen in einem lokalen Restaurant. Ich bestellte einen Burger mit Pommes. Er entschied sich für ein Steak auch mit Pommes. Wir wussten beide viel zu erzählen und verabredeten uns für den folgenden Tag in Indianapolis.

Nach einem erholsamen Schlaf freute ich mich auf das Treffen mit John. Er zeigte mir den Ort, wo die erste amerikanische Rennstrecke für Autos entstand! In Speedway , Indianapolis, der Stadt, wo viel Benzin durch die Motoren der Boliden fließt, wurde 1909 eine vier Kilometer lange Rennbahn erbaut. Heute ist es das größte Sportstadion der USA , es kann 300000 Besuchern Platz bieten. Hier finden Formel 1 Rennen statt, bei denen die Rennfahrer ihre Autos mit über 300 Stundenkilometern über den Asphalt flitzen lassen. Wir besichtigten die Rennbahn und das dazugehörende Museum. Dort konnten wir die Veränderungen der Fahrzeuge im Laufe der Jahre sehen, sie wandelten sich im Aussehen und in der Schnelligkeit. Je mehr PS sie haben und je mehr Benzin sie verbrauchen, umso schneller werden sie. Schließlich machten wir eine geführte Tour durch die ganze Rennanlage. Mit einem Bus fuhren wir auf der ovalen Piste eine Runde und inspizierten den ersten Asphaltstein von 1909, welcher auf die Startlinie platziert wurde. Am späteren Nachmittag wurde es wieder Zeit, in die Stadt zurück zu fahren. Ein Kumpel von John leistete uns Gesellschaft und wir verbrachten zu dritt einen gemütlichen Männerabend. In einer Bar sahen wir uns ein amerikanisches Football-Spiel an, dann kehrte ich ins Hotel zurück, um auszuruhen und Energie für die nächste Flugetappe nach New York zu tanken.

An unserer Sammelaktion über www.myskymile.com haben teilgenommen: Simon Schneider Unihockey Bassersdorf- Nürensdorf mit 10 Meilen, anonymer Sponsor mit 10 Meilen, Stefanie Zimmermann mit 10 Meilen, Yolanda Phillips mit 10 Meilen, Ruth Gaudenz mit 10 Meilen, Nicolà, Andrin, Cornelia & Marcel Gamper mit 3 Meilen, Astrid Rietschi mit 2 Meilen, Silvio Scossa-Romano mit 1 Meile, Burga Etter mit 1 Meile. Vielen Dank und herzliche Grüsse Carlo.