Nicht immer – aber oft nehme ich am Morgen eine eiskalte Dusche. Heute war so ein Tag! Hellwach und top fit verschlang ich mein Frühstück. Es gab Brot, Rührei und Schinken. Dann machte ich mich munter auf den Weg zum nahen Flugplatz. Es folgte eine detaillierte Vorbereitung für die nächsten zwei Flugetappen – Grönland und Island. Das Wetter sah ganz gut aus. Die Navigation für die beiden Etappen war jedoch anders und etwas komplexer als diejenige, die wir in Europa kennen. Bei der Flugroutenwahl muss man auf der Flugkarte grafische Navigationspunkte selber festlegen, z.B. 62N050W. Diese müssen dann auch so geflogen werden. Nach dem Briefing füllte ich das Flugzeug voll mit JET-A1, das ist Flugbenzin, zog meinen von einem bekannten Fluglehrer gesponserten Überlebensanzug an und versuchte, so gut es ging, mich bequem im Cockpit einzurichten. Der schwere, unförmige Anzug füllte fast den ganzen Raum aus. Da blieb kaum noch Platz für etwas anderes im Cockpit. Mit sehr viel Gegenwind startete ich in Goose Bay. Kurz nach dem Start, drehte ich den Flieger in eine steile Linkskurve und flog mit voller Kraft Richtung NE zum ewigen Eis. Neben dem Navigieren und dem Funken blieb mir genügend Zeit, die atemberaubende Landschaft von oben zu betrachten. Es war traumhaft. Der Himmel war blau und die Sicht außerordentlich klar. Unter mir sah ich die Heimat der Schwarzbären, die kanadische Wildnis. Zahllose Nadelbäume, sich durch die Gegend windende Flüsse, tiefblaue Seen und schnurgerade Autostraßen. Wieder hatte ich den Wind im Rücken, so dass ich etwa 120 km/h schneller fliegen konnte!

Über dem Meer hingen vereinzelte flüchtige Wolken. Es wurden immer mehr und sie wurden dichter und flockiger. Als ich mich Grönland näherte, hatten sich die Wolken zu einer dicken weissen Decke zusammengeballt, im Widerschein der Sonne , sah es aus wie stiebender Pulverschnee auf einem frisch verschneiten Landstrich . Die Sicht verschlechterte sich. Der Anflug vom Flugplatz Narsasuaq fand im unkontrollierten Luftraum d.h. ohne Radarüberwachung statt. Ich durchflog mehrere Wolkendeckel und konnte beim ersten Bodensichtkontakt schon riesige Eisberge sehen. Mit kleinen Kurven schlängelte ich mich Richtung Zielflughafen. Es war sehr eindrücklich, die Eisberge aus der Vogelperspektive zu betrachten. Unter allen Eisbergen im Wasser fiel mir einer ganz besonders auf. Um die C-förmige Spitze eines Eisberges, die aus dem Wasser ragte, hatte das Wasser eine helle, grünblaue Farbe angenommen. Da lag wohl der größere Teil des Eisberges.

Starke Turbulenzen begleiteten die Landung. Die Sicht war klar und der Abstand der Wolken zum Boden war ebenfalls mehr als ausreichend. Sicher setzte ich die HB-RTW auf der Piste auf. Durch den starken Rückenwind war ich etwas früher als erwartet gelandet. Ich kaufte mir zwei Hotdogs beim kleinen Flughafenkiosk, dann besichtigte ich den Tower und den Navigationsraum. Kurze Zeit später betankte ich den Flieger ein zweites Mal und machte mich zum Start bereit.

Der starke Gegenwind verkürzte die Startrollstrecke um ein Vielfaches. Nach wenigen Metern hob ich ab. Der Flug war zu Beginn sehr turbulent. Wie in der Trommel einer Waschmaschine wurde das Flugzeug hin und her geworfen. Im Steigflug stieg ich an leicht verschneiten Felsen und Gletschern empor. Es folgte ein Flug über mehrere märchenhaft schöne Gletscher. Unter mir sah ich das blaue Meer. Ich konnte die Wellen mit ihren weissen Schaumkronen erkennen. Nach einiger Zeit durchstieß ich die oberste Wolkendecke. Die Sonnenstrahlen blitzten auf der HB-RTW. Der Flug war jetzt ruhiger geworden. Der Wind war wieder auf meiner Seite und schob mich Richtung Island. Langsam wurde es dunkel. Wie eine rote glühende Kugel tauchte die Sonne am leuchtenden Horizont unter.

Von weitem sah ich die Lichter von Reykjavik und den umliegenden Dörfern. Erst kurz bevor ich den Sinkflug einleitete, wechselte der Wind und wehte jetzt aus südlicher Richtung. Im Anflug direkt über der Hauptstadt von Island landete ich schliesslich auf der Piste 31.

Ich war glücklich, wieder auf europäischem Boden zu stehen. Noch glücklicher war ich, als ich gleich nach dem Aussteigen den Überlebensanzug ausziehen konnte. Dann ging ich durch den Zoll ins kleine Terminal. Dort warteten auch schon zwei Reporter auf mich. „Hallo Herr Schmid, wir sind von der Isländischen Zeitung und brauchen dringendst ein Bild von Ihnen und dem Flugzeug“. Es war kurz vor neun Uhr. Bis viertel nach neun Uhr mussten die beiden das Bild sowie den fixfertigen Bericht an die Druckerei für die morgendliche Ausgabe senden. Sofort rannten wir zu dritt zum Flugzeug, knipsten innert zwei Minuten einige brauchbare Fotos und schon verabschiedeten wir uns wieder. Müde bezog ich mein Hotelzimmer gleich neben dem Terminal, diesmal nahm ich eine warme Dusche und jetzt schreibe ich diesen Bericht hier fertig. Morgen geht es weiter im Direktflug nach Prestwick. Ich freue mich darauf.

Von Goose Bay nach Narsarsuaq haben über www.myskymile.com bei der Sammelaktion für UNICEF mitgemacht:

Daniel Steiner mit 50 Meilen, Hanspeter Sutter mit 30 Meilen, Esther Wüest – Barth mit 30 Meilen, Philippe Beck mit 30 Meilen, Susanna Hirt mit 20 Meilen, Roland Zeller mit 15 Meilen, Andrea Huwiler mit 10 Meilen, clinic utoquai Gaby Hauser mit 10 Meilen,Fahrschule Schmutz, Lützelflüh Roland Schmutz mit 10 Meilen, Karin Malloth mit 10 Meilen, Sebastian SEBI Keller mit 10 Meilen, Klemens Schmid mit 10 Meilen, anonymer Sponsor mit 10 Meilen, Stefanie Zimmermann mit 10 Meilen, Lorenz Zahler mit 10 Meilen, Alex Zahler mit 10 Meilen, Beetz Helen mit 10 Meilen, Claudius Beseler mit 10 Meilen, Rahel Egli mit 10 Meilen, GeschichtenGesicher- Einsiedeln Suann Bosshard- Kählin mit 20 Meilen, Thomas Jaeger mit 5 Meilen, Privat Anna Kehely mit 5 Meilen, 5a und 5b Döttingen mit 5 Meilen, alexander schierle mit 5 Meilen, Andy C. Ingold mit 4 Meilen, Marcello Fässler mit 3 Meilen, Laura Pallavicini mit 3 Meilen, Maja Zimmermann mit 3 Meilen, Burga Etter mit 2 Meilen, Element5/e5solar.com Pascal Landolt mit 1 Meile

Von Narsarsuaq nach Reykjavik waren bei der Sammelaktion dabei :

Linda Huber mit 20 Meilen, anonymer Sponsor mit 20 Meilen, Dawn Buchmüller mit 15 Meilen, Arnulfo & Charlotte Alleyne mit 10 Meilen, Jeannette Zimmermann mit 10 Meilen, Karin Greutmann mit 10 Meilen, Hans Heinrich Rosmarie Widmer mit 10 Meilen, Stefanie Zimmermann mit 10 Meilen, Peter Gerber mit 10 Meilen, Vreni Beerli- Binder mit 10 Meilen, Barbara Glas mit 10 Meilen, Jürg Megert mit 10 Meilen, Familie Schäuble mit 10 Meilen, Anita Sigg mit 10 Meilen, hans peter bochsler mit 10 Meilen, Christoph Steiner mit 10 Meilen, Stephan Läderach mit 5 Meilen, Thomas Jaeger mit 5 Meilen, Pascal Eng mit 5 Meilen, Pascal Tschudi mit 5 Meilen, Janine Hampel mit 5 Meilen, Ursula Schären mit 5 Meilen, Andy C. Ingold mit 4 Meilen, Michaela Berger mit 4 Meilen, Daniel Plattner mit 3 Meilen, Burga Etter mit 2 Meilen, Element5/e5solar.com Pascal Landolt mit 1 Meile, Marin und Zeynep mit 1 Meile

Vielen Dank und herzliche Grüsse – Carlo.