Alaksa Time, Whale Time!!

Heute flog ich von Anchorage nach Juneau, der Hauptstadt von Alaska. Von anderen Piloten hatte ich schon vieles über Juneau erfahren. Es soll ein wunderschöner Ort sein. Ich war gespannt. Einmal mehr packte ich meine Taschen zusammen und lief an den Wasserflugzeugen vorbei zur Cessna 210 Turbine. Es war glücklicherweise nur ein kleiner Fussmarsch. Ich musste den Fueler Auftankwart für das Flugbenzin anrufen. Die Nummer hatte ich am Vortag von einem Privatpiloten erhalten. Es war gut, genug früh zum Flughafen zu gehen. Man weiss nie, ob es noch zu Verzögerungen oder Änderungen kommt. Schliesslich hob ich zur geplanten Zeit ab. Mit einem letzten Schwenker sah ich von oben nochmals Anchorage mit den vielen Wasserflugzeugen. Es war etwas windig. Der Flug sollte nicht lange dauern, aber was ich in diesen zweieinhalb Stunden sehen durfte ,war wohl das Schönste, was ich je gesehen hatte.

Unter mir breitete sich eine atemberaubende Landschaft aus. Die Gletscher sahen aus wie riesige, vereiste Ströme , welche die schneebedeckten Bergspitzen umschlangen. Luftige Wolken stiegen an den steilen Felswände hoch. Zwischen den bizarren Gipfeln taten sich weite Täler auf, mit tiefblauen Seen und breiten Flüssen. Eine märchenhafte Landschaft.

Das Landeverfahren war nicht so einfach. Wenige Meter vor der Piste musste ich eine Baumkoppel überfliegen und dabei einen rechten Schwenker zur Mittellinie der Piste durchführen. Ein untersetzter, wohlgenährter Mann begrüßte mich. Er war zuständig für die Wartungen der Flugzeuge. Wir pumpten die Reifen der HB-RTW auf. Das Flugbenzin würden wir morgen einfüllen. Ich begab mich zum Klubhaus einer Fluggruppe. Eine freundliche Dame sass am Empfang. Mit ihr koordinierte ich meinen Aufenthalt hier in Juneau. Ich erhielt auch alle erforderlichen Informationen über die Flugpläne, über Gefahrenzonen und Wetterbedingungen für den morgigen Flug nach Canada.

Ich wollte mich gerade verabschieden, als mich ein Cessna Pilot ansprach. Rich Forst, so hiess er, reichte mir seine Visitenkarte. Er bot Whale Watsching an, man konnte mit ihm Wale aus der Nähe beobachten. Natürlich war ich hell begeistert. Er rief einen Kollegen an. Der kreuzte bald darauf mit zwei weiteren Interessenten auf. Zu viert machten wir uns auf den Weg zur Bucht. Die hochwertige, benutzerfreundliche Nikon D3200 war selbstverständlich auch dabei. Wir fuhren mit einem Kahn auf das Meer hinaus. Wasservögel segelten durch die Luft. Unter ihnen tauchten die Rückenflossen der Riesensäuger aus dem Wasser. Mal schlugen sie mit den Schwanzflossen auf das Wasser, mal schossen ihre massigen Körper aus dem Meer und ließen sich dann genüsslich wieder in ihr schimmerndes Element zurückfallen. Dabei spritzten und pusteten sie und gaben diese eigentümlichen, piepsenden fast wehmütigen Töne von sich. Wie verzaubert schaute ich den gewaltigen Tieren in nächster Nähe zu. Ich hätte am liebsten meinen Aufenthalt hier verlängert! Aber wir mussten wieder zurück.

Ich bedankte mich herzlich bei Rich für diese einmalige Gelegenheit. Das war vielleicht eines der eindrücklichsten Erlebnisse meiner bisherigen Reise. Ich kehrte frühzeitig zum Hotel zurück, damit ich für die nächste Flugetappe nach Vancouver genügend Schlaf tanken konnte. Heute war ich müde, aber sehr glücklich.

Die heutige Flugroute wurde über www.myskymile.com von

Beat Müller mit 25 Meilen, Martina Schnurr mit 15 Meilen, Werner Sigg mit 10 Meilen, Anreas Kern mit 10 Meilen, Christa und Hans Bugmann mit 10 Meilen, Laura Pallavicini mit 8 Meilen, Nicolà,Andrin, Cornelia & Marcel Gamper mit 3 Meilen, Stephan Läderach mit 5 Meilen, anonymer Sponsor mit 5 Meilen, Christa Rohrer mit 5 Meilen, Karin Tahlmann mit 3 Meilen, Catalina Hernandez mit 2 Meilen, Burga Etter mit 1 Meile mitgetragen.

Danke vil mal. Mit herzlichen Grüssen Carlo