Heute erwachte ich ohne Wecker oder Wakeup-Call um 0600 Uhr. Ich fühlte mich richtig gut ausgeschlafen. Voller Tatendrang absolvierte ich meine täglichen sportlichen Übungen im Zimmer. Rumpfbeugen, Liegestützen etc. Zum Frühstück gab es reichlich Müesli. Kaffee brauchte ich keinen. Ich schrieb einen neuen Bericht für den täglichen Blog und bearbeitete zahlreiche Emails. Um 0800 Uhr LT war es Zeit, zum Flughafen zu fahren. Ich nahm den gratis Hotelbus zum Departure Terminal. Dort wartete auch bereits der Bodenpersonaldienst und brachte mich mit einem anderen Bus einfach und unkompliziert direkt zum Flugplatz. Es gab noch einige Fotos, dann startete ich Richtung Laoag. Dieser Flug sollte einer der turbulentesten und anspruchsvollsten Flüge werden, seit meinem Start in Dübendorf, am 11. Juli 2012. Glücklicherweise hatte ich nur einen kurzen Flug von knapp einer Stunde und 42 Minuten vor mir. Ich wusste, dass die Wetterbedingungen nicht viel besser als gestern waren. Vorsorglich hatte ich im Cockpit alles fest verstaut, damit nicht sämtliche Utensilien unkontrolliert im Flugzeug herumwirbelten.

Es regnete heftig. Ganze Bäche strömten aus den schwarzgrauen Wolken. Das Wasser klatschte auf die Scheiben. Wieder vereisten die Flügeleintrittskanten. Starke Turbulenzen schüttelten das Flugzeug durch. Ich sass wie in einem Spielball von tobenden Naturelementen. Nach einer Stunde unentwegtem Schütteln wurde es mir etwas übel. Ich hatte schon öfters Turbulenzen erlebt, aber das hier war nun wirklich kein Zuckerschlecken. Es tröstete mich, dass die Strecke bald durchflogen war und ich wusste, dass das Wetter in Laoag, ganz im Norden der Philippinen besser aussah. Ich machte einen verkürzten Anflug, um etwas Zeit zu sparen und landete an der Küste von Laoag auf der Flugpiste 19. Beim Landen ging es mir wieder merklich besser, da fühlte ich mich sicher, das habe ich im Griff. Auf der anderen Seite vom Rollfeld entdeckte ich Mr. Lester Saturday. Er war mein örtlicher „Handling-Agent“. Er empfing mich und holte die Bewilligungen für die Landung in Laoag ein. Dann begleitete er mich zu einem kleinen Hotel. Das Zimmer verfügte zwar über keine Dusche, war sehr einfach eingerichtet, aber für 28 Dollars war das in Ordnung. In Laoag gab es keine bedeutenden Sehenswürdigkeiten zu sehen. Lester schlug mir vor, den Strand zu besichtigen. Mit dem Taxi benötigten wir knapp 10 Minuten. Unterwegs sah ich alte, eigentümliche einheimische Autobusse. Sie sind mit Plakaten, Schriften und Sloagen übersäht.

Es war immer noch sehr stürmisch. Riesige zwei bis drei Meter hohe Monsterwellen rollten schäumend und tosend ans Ufer. Es war eindrücklich. Lester erzählte mir viel über das Leben hier, was die Leute bewegt, woran sie glauben. Ich lernte auch andere junge Leute kennen. Im Hotel gab es ein einfaches und günstiges Nachtessen. Lester leistete mir Gesellschaft und wir diskutierten noch bis spät in die Nacht. Ich überprüfte das Wetter für die nächste Flugetappe nach Taiwan, Teipeh , gab noch einige Medieninterviews und ging dann müde ins Bett. Ich wünschte, ich hätte jeweils mehr Tage für die jeweiligen Destinationen eingeplant. Bis bald und herzliche Grüsse – Carlo.